Monat: April 2019

Wie uns das Reisen verändert hat

Caye Caulker Sonnenuntergang

Wie verändert uns das Reisen? Reisen wir so gern, weil das Reisen etwas mit uns macht? Und was ist das konkret? Diese Fragen haben wir uns im Rahmen der Blogparade „Reisen verändert“ von Sabine mit ihrem Blog Ferngeweht gestellt. Und wir haben gemerkt: Die Antworten auf diese Fragen sind gar nicht mal so einfach in Worte zu fassen. Das hier ist unser Versuch, unsere Erfahrungen darüber aufzuschreiben.

Malaga Aussicht

Reisen macht selbstbewusst

Ich (Lisa) habe angefangen Spanisch zu studieren, ohne die Sprache so richtig zu können. Um mein Spanisch zu verbessern, bin ich zwei Mal nach Málaga gegangen. Allein. Das erste Mal hatte ich tatsächlich ziemlich viel Heimweh und bin sogar eine Woche früher zurückgekommen als geplant. Als ich das zweite Mal dort war, wäre ich allerdings am liebsten gar nicht mehr zurückgekommen.

Ich war also in dieser Stadt, bei dieser Familie, mit der ich mich kaum verständigen konnte und musste irgendwie selbst durchkommen. Ohne mich wirklich auf andere zu verlassen. Ich musste mich um mich selbst kümmern, alltägliche Aufgaben wie den Einkauf auf einer anderen Sprache erledigen und viel Zeit mit mir selbst verbringen. Ich lag tatsächlich sehr gern mal allein am Strand oder bin allein spazieren gegangen. Am Ende kam ich definitiv selbstbewusster nach Hause, mit dem Wissen, dass diese Erfahrungen nur mir gehören und mit dem Gefühl, eine zweite Stadt mein zu Hause nennen zu können.

Costa Rica

Reisen macht mutig

Micha hat schon fast 40 Länder bereist. In vielen davon war er ganz allein, von Argentinien bis Mexiko.

Hin und wieder hat er auch die ein oder andere brenzlige Situation erlebt. In Mexiko wurde er zum Beispiel auf der Straße von einem Mexikaner gefragt, was er in dem Viertel zu suchen habe. Er solle sich hier besser nicht allein rumtreiben. Kapuze auf, Blick nach unten und schnell raus aus dem Viertel. Da hatte er wohl Glück, dass ihn nicht der Falsche angesprochen hat.

Mittlerweile gibt es kein Land, in das er nicht reisen würde, egal ob allein oder in Gesellschaft. Ohne die Erfahrungen, die er in der Vergangenheit auf Reisen gesammelt hat, wäre das vermutlich nicht so. Reisen macht also nicht nur selbstbewusst, sondern auch mutig.

Reisen bringt dich näher zu dir selbst

Ich habe es ja eben schon angedeutet: Wer mehr Zeit mit sich selbst verbringt und zwar an einem Fleck Erde, der außerhalb der eigenen Komfortzone liegt, der hat viel Zeit zum Nachdenken. Letztendlich lernst du dich auf Reisen selbst besser kennen. Um über mehrere Monate immer mal wieder 36 Stunden allein im Bus zu sitzen, musst du letztendlich mit dir selbst klar kommen. Da führt kein Weg dran vorbei. Oder es werden 36 unangenehme Stunden. Jede Reise in ein fernes Land, vor allem wenn man allein reist, ist auch eine Reise zu sich selbst. Mag spirituell oder philosophisch klingen, ist aber so. 🙂

El Salvador Sonnenuntergang

Reisen erweitert den Horizont

Viele Menschen tendieren dazu, viele Geschichten über die verschiedensten Länder und Kulturen zu erzählen. In Wirklichkeit waren sie aber nie selbst dort. Sie sprechen nicht aus Erfahrung. Stattdessen spielen sie Stille Post und verbreiten ihre Vorurteile.

Manchmal kennt man ein Land auch nur aus den Medien. So war es bei mir zum Beispiel bei El Salvador. Ich kannte nur die negativen Geschichten. Mord und Totschlag, Jugendkriminalität und die Ohnmacht, nichts dagegen tun zu können. Das alles habe ich nie hinterfragt, weil ich nie etwas mit dem Land zu tun hatte. Bis wir von Freunden zur Hochzeit nach El Salvador eingeladen wurden.

Nur weil eine Gruppe von Menschen in einem Land Böses tut, heißt das nicht, dass das ganze Land so ist. Ganz im Gegenteil: Die Menschen, die wir dort getroffen haben, waren alle mehr als freundlich und fröhlich und zufrieden. Die Reise hat mir gezeigt, dass Vorurteile häufig eben nur das sind – Vorurteile. Und zwar solche, die durch Erfahrung ersetzt werden wollen und sollten. Wie sagte Mark Twain einst: „Reisen ist tödlich für Vorurteile“. Recht hat er.

Mexiko Schildkröten

Reisen macht dir die Umwelt bewusst

Nicht nur lehrt das Reisen, Vorurteile über Bord zu werfen. Wir haben auch gelernt, wie wertvoll die Natur ist, die uns umgibt. Wie viel von ihr schon zerstört ist. Aber auch wie viel noch lebt. Wie sehr sie es wert ist, geschützt zu werden und wie dringend sie es nötig hat.

Und leider auch, an wie wenigen Teilen der Welt dieser Schutz praktiziert wird. In vielen Ländern, sei es Thailand oder El Salvador, liegt so viel Müll am Straßenrand, am Strand oder im Meer. Viele Menschen werfen achtlos ihre Zigaretten in trockene Gräser. Verheerende Brände sind die Folge.

Grausam, dachten wir als erstes, wie können die Menschen nur so unachtsam sein?! Vielleicht fragt sich so manch einer, warum er sich um die Umwelt bemühen soll, wenn in so vielen Teilen der Welt drauf geschissen wird? Durch das Reisen haben wir gelernt, dass viele der Menschen, die so mit der Umwelt umgehen, ganz andere Probleme haben, die wir uns nicht einmal in unseren kühnsten Träumen vorstellen können und mögen.

In Nicaragua hat Micha zum Beispiel abends am Strand einen Mann beobachtet, der Schildkröteneier ausgegraben hat, um sie dann zu verkaufen. Obwohl viele Organisationen alles dafür tun, die Eier zu schützen. Denn unter anderem durch solche Aktionen sind Meeresschildkröten stark bedroht. Micha hat ihn mit einigen anderen darauf angesprochen, warum er das macht und ob ihm bewusst ist, was er damit anrichtet. Der Mann hat erzählt, dass sein Einkommen als Straßenverkäufer nicht ausreicht, um seine beiden Kinder zur Schule zu schicken.

Die Frage ist: Wer hat jetzt recht? Entweder der Mann überfällt Menschen oder er gräbt Schildkröteneier aus. Kann man dem Mann sagen, Schildkröten sind wichtiger als die Bildung seiner Kinder? Ein schwieriges Thema. Umso wichtiger, dass die wenigen, die sich für den Schutz der Welt einsetzen können, dies auch tun.

Kroatien Klippen

Reisen setzt den Fokus auf das Wesentliche

Das geschieht zum Einen durch externe Faktoren, wie die Geschichte des Schildkröten-Mannes. Zum anderen aber auch durch das, was in einem selbst passiert.

Sobald ich im Flugzeug sitze, von oben auf diesen so gebrechlichen blauen Planeten schaue, sind all meine Gedanken plötzlich so viel geordneter als sonst. Denn ich denke nicht nur über mein Leben und meine vermeintlichen Probleme nach. Nein, ich denke jedes Mal: Wie faszinierend dieser Planet doch ist, auf dem wir leben.

Du kannst der Zeit wegfliegen oder ihr hinterher jagen. Du kannst über Unwettern thronen. Und dann, wenn du am Ziel angekommen bist, kannst du die verrücktesten Tiere, die interessantesten Völker, die tiefsten Täler, die beeindruckendsten Wälder, Küsten und Gebirge entdecken.

Und jedes Mal komme ich mir so mickrig klein vor inmitten all dieser Natur. Ein kleines Wesen auf einem Planeten, der eigentlich ein Hauch von Nichts ist in diesem riesigen Universum. Was sind schon deine Luxusprobleme, wenn du merkst, wie riesig die Welt eigentlich ist und dass es da draußen noch so viel mehr gibt als du dir vorstellen kannst. Dann fällt es leicht, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Thailand Koh Mak

Reisen spendet neue Energie

Wie schnell ist man vom alltäglichen Leben ausgelaugt oder genervt? Viel zu häufig ertappe ich mich, wie ich mich ständig über alles Mögliche beschwere. Wenn die nächste Reise bevorsteht, dann weiß ich genau, ich komme erholt und mit geladenem Akku zurück. Egal wie anstrengend auch An- und Abreise sein mögen. Neues zu sehen, Unbekanntes zu erkunden, das ist so wohltuend, dass ich am Ende einer Reise immer aufgetankt bin.

Selbst dann, wenn nach 17 Stunden Rückflug von El Salvador über Toronto plötzlich in London eine eigentlich gebuchte Person das Ticket nicht ausgestellt bekommt. Wir um den Anschlussflug nach Düsseldorf bangen und letztlich zum Gate rennen müssen. Das Gefühl, das ich habe, wenn ich nach einer Reise zu Hause ankomme, ist unbezahlbar.

Reisen macht glücklich

Das Reisen schenkt unvergessliche Augenblicke und Momente, die wir nicht erlebt hätten, wären wir nicht zu genau diesem Zeitpunkt an genau diesem Ort gewesen. Reisen ist ein Ausgleich zum Alltag. Das Schnorcheln mit Haien, Rochen und Schildkröten, die Verfolgungsjagd in Barcelona oder der Kontakt zur belizischen Polizei – das sind unvergessliche Erfahrungen. Ob positiv oder negativ: Auch wenn die Stimmung in solchen Momenten teilweise gedrückt ist, so spürt man danach doch immer, dass das Leben Spaß macht.

Caye Caulker Sonnenuntergang

Reisen verbindet

Das gemeinsame Reisen verbindet durch eben solche Erfahrungen ungemein. Denn gemeinsame Erinnerungen schweißen letztlich doch immer mehr zusammen als jeder Sofa-Abend. Ob man jetzt von vornherein zusammen reist oder vor Ort neue Kontakte knüpft. Es sind Erlebnisse, die verbinden. Natürlich muss man für geteilte Erlebnisse nicht unbedingt reisen, aber ich finde, geteilte Reiseerlebnisse sind doch immer noch die schönsten.

Reisen zeigt dir, wo du herkommst

Letztlich zeigte uns das Reisen auch immer wieder ein Stück weit, wo unser Zuhause ist. Unter kalten Duschen in Mexiko oder auf aus einem Loch im Boden bestehenden Toiletten in Thailands Dörfern habe ich das zu schätzen gelernt, was wir in Deutschland haben. Sei es Panama, Brasilien oder Thailand, in vielen Teilen der Welt schaust du aus dem Busfenster und siehst Wellblechhütten und Schlimmeres. Und du weißt: Darin leben wirklich Menschen. Du merkst, dass du richtig froh sein kannst, dass du in Deutschland geboren wurdest. Einem Land, das entwicklungstechnisch so weit ist, dass andere Länder nur davon träumen können.

Außerdem merkst du, dass deine Familie und deine Freunde wirklich wichtig sind. Was würdest du ohne sie tun?  Reisen zeigt dir, wo dein Zuhause ist. Egal wie gern du auch reist und andere Länder und Kulturen kennenlernst. Und ist mal keine Zeit oder kein Geld da für eine Reise in ein anderes Land, dann kommen wir dadurch auch immer mal wieder auf die Idee, die schönen Ecken des eigenen Lands zu entdecken.

Mexiko Isla Mujeres

Reisen macht süchtig

Zu guter Letzt macht das Reisen uns wohl auch süchtig. Einmal richtig angefangen, ist es schwer, damit wieder aufzuhören. Leider fehlt oft die Zeit, all das zu entdecken, was es noch zu entdecken gibt auf dieser Welt. Suchtcharakter hat das Reisen bei mir vor allem in der Hinsicht bekommen, dass ich sofort nach der Rückkehr von der einen Reise die nächste Reise planen will. Vielleicht geht dabei hin und wieder das Privileg verloren, die letzte Reise Revue passieren zu lassen und alle Eindrücke in Ruhe zu verarbeiten. Aber wir können einfach nicht mit dem Reisen aufhören. 🙂

Fazit

Reisen verändert: Reisen macht empathischer. Reisen bedeutet Freiheit und Glück. Und jedes Mal kommen wir mit einem Stückchen mehr von uns selbst zurück. Was sollen wir noch sagen: Leute, reist! 🙂 Es muss ja nicht gleich Bolivien sein, Europa hat ebenso viele schöne Ecken zu bieten.

Und wie siehst du das Ganze? Wie verändert dich das Reisen? Lass uns doch einen Kommentar da.

Mit diesem Artikel nehmen wir an der Blogparade „Reisen verändert“ von Sabine mit ihrem Blog Ferngeweht teil.

 

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El Salvador Reisebericht: Unterwegs in San Salvador – Teil 1

El Salvador Lisa und Micha

Feuchte Hitze, verriegelte Autotüren und Männer mit Gewehren. Das ist das erste, was wir nach 18 Stunden Reise von Düsseldorf über Frankfurt und Toronto am Abend unserer Ankunft in El Salvador wahrnehmen.

Im ersten Teil unseres Reiseberichts über unseren zehntägigen Urlaub in El Salvador erfährst du, wie wir San Salvador, die Hauptstadt des Landes, wahrgenommen haben. Im zweiten Teil geht es um Strände, Dörfer und Wasserfälle, die wir besucht haben. Willst du noch mehr Tipps rund um El Salvador, lies doch auch unser Interview mit einer Einheimischen. Außerdem haben wir dir alle El Salvador Reisetipps auf einen Blick zusammengestellt.

Hinweis: Dieser Artikel enthält unbezahlte Werbung (da Empfehlungen) und Empfehlungslinks (mit * gekennzeichnet). Wenn du über diese Links etwas buchst oder kaufst, bekommen wir eine kleine Provision. Am Preis ändert sich für dich nichts, wenn du über diesen Link buchst. Danke für deine Unterstützung!

Warum El Salvador?

Man hört viel über das kleine zentralamerikanische Land am Pazifik, das gerade einmal in etwa so groß ist wie Hessen. Vor allem viel Negatives: Das Auswärtige Amt warnt vor einer sehr hohen Kriminalitäts- und Gewaltrate durch Jugendbanden. Die Medien sind voll von Berichten über grausame Entführungen, Vergewaltigungen, Morde. Zudem gibt es Statistiken darüber, dass in El Salvador bereits seit Jahren eine der höchsten Mordraten der Welt pro 100.000 Einwohner vorherrscht.

Was also wollen wir an diesem von vielen als eines der gefährlichsten Länder der Welt eingestuften Fleck Erde?

Ganz einfach: Wir sind der Liebe wegen gekommen. Freunde von uns heiraten hier, denn die Braut kommt von hier, hat Familie und Freunde hier. Und wenn wir schon mal da sind, wollen wir natürlich wissen: Ist El Salvador wirklich so schlimm wie sein Ruf? Vielleicht bildet man sich seine Meinung viel zu häufig durch Vorurteile. Wir haben unsere Vorteile jedenfalls durch Erfahrungen ersetzt.

Kaum einer kommt, um zu bleiben

Als wir aus dem Flugzeug aussteigen, sind wir fast die einzigen, die durch die Passkontrolle gehen. Alle anderen haben Anschlussflüge und sind nur zum Umsteigen in El Salvador gelandet. Auch der Mann an der Passkontrolle guckt uns irritiert an.

Ob wir keinen Anschlussflug haben, fragt er.

Nein, haben wir nicht.

Warum wir uns El Salvador ausgesucht haben, will er wissen und freut sich, dass wenigstens wir gelandet sind, um zu bleiben. Wir finden die Leere im Ankunftsbereich gut. Denn wir waren selten so schnell durch die Passkontrolle durch und haben noch seltener so schnell unser Gepäck vom Band bekommen.

El Salvador Flugzeug

Nachdem wir in San Salvador gelandet sind und aus dem Flughafen mit diesem gigantischen Namen (Aeropuerto Internacional de El Salvador Monseñor Arnulfo Romero) an die frische Luft treten, ist es schon dunkel. Und es regnet. Das hatten wir uns irgendwie anders vorgestellt. Nichtsdestotrotz sind noch schnuckelige 26 Grad und nach der langen Reise ist uns eigentlich eh alles egal. Wir wollen nur schlafen.

Sicher ist sicher

Unser im Voraus gebuchter privater Taxifahrer verriegelt sofort nach dem Einsteigen die Türen und bringt uns in unser Hotel, Hotel Cinco*, in San Benito, einem gehobenen Viertel in der Hauptstadt des Landes, San Salvador.

Vor unserem Hoteltor steht ein mit einem Gewehr bewaffneter Mann. Und nicht nur dort, eigentlich stand vor jedem Tor, das wir während der Taxifahrt gesehen haben, ein bewaffneter Mann. Ein bisschen unheimlich ist das schon. Doch diese Männer sind nicht die „Bösen“. Im Gegenteil, sie sollen die Bösen vertreiben.

El Salvador Hotel

Zwischen Papayabäumen und Kolibris

Am nächsten Morgen entblößt sich die Vielfalt El Salvadors: Strahlend blauer Himmel, schon jetzt knapp 30 Grad im Schatten und im Garten blühen die buntesten Blumen, riesige Basilikum- und Rosmarinbüsche, Papayabäume. Und zwischen all dem schwirrt ein kleiner Kolibri auf der Suche nach Nektar umher. So schlimm scheint El Salvador nicht zu sein. Wir fühlen uns wohl. Außerdem schmeckt das Frühstück super: Es gibt frisch gepressten Orangensaft, fluffige Pancakes und morgendliche Tacos – dünne Teigfladen gefüllt mit Bohnenpaste, Rührei, Zwiebeln, Tomate und Koriander.

El Salvador Hotel Garten

Unser Hotel in San Salvador

Hotel Cinco* ist wirklich der Wahnsinn. Wirklich. Wir sind restlos begeistert. Die Rezeptionisten sind super nett und total bemüht, genauso wie die Bedienung beim Frühstück. Es gibt vegane Gerichte und, wenn möglich, kommen die Zutaten fürs Essen und Trinken aus dem eigenen riesigen Garten.

In diesem gibt es zudem einen kleinen Fischteich und morgens kommt ein kleiner Kolibri vorbei, um von den paradiesischen Blumen zu kosten. Was nicht für die Gerichte auf der Karte verwendet wird, wird im hoteleigenen Obstladen verkauft. Das ganze Hotel ist sehr stilvoll eingerichtet, die Zimmer sind immer sauber und haben natürlich eine Klimaanlage. Wir waren restlos begeistert und hätten nie so ein tolles Hotel erwartet. Deshalb empfehlen wir es aus vollster Überzeugung uneingeschränkt weiter.

El Salvador Hotel Cinco

Wir sind eine Attraktion

Irgendwann hat die ganze Hochzeitsgesellschaft, die aus Deutschland mit angereist ist, Lust, das Hotel zu verlassen. Wir wollen Wasser kaufen. In einer kleinen Gruppe von Gringos laufen wir also in Richtung Supermarkt. „Gringo“ ist der Begriff für Weiße, eigentlich Amerikaner, in Mittel- und Südamerika. Dabei sind wir offenbar eine kleine Attraktion für die Einheimischen. Alle starren uns an.

Klar, wir stechen gut aus der Menge raus mit der weißen Haut und dann sind wir auch noch so viele auf einem Haufen. Viele winken uns zu, auch einige der bewaffneten Männer. Wobei… Vermutlich winken sie nicht uns zu, sondern der anderthalbjährigen Tochter von Freunden, die auch dabei sind. Ein blondes Baby – das ist hier wohl eher selten.

San Salvador

Fußmarsch zum Supermarkt überlebt

Der Weg zum Supermarkt ist nicht allzu hübsch. Wir laufen an einer riesigen Baustelle vorbei. Der Staub bleibt in der Nase hängen, weil es so trocken ist. Auf der anderen Straßenseite: Kleine Geschäfte, Cafés, Bars, Restaurants. Erst einmal nicht wirklich anders als andere mittelamerikanische Städte. Die meisten Läden wirken unscheinbar von außen, vor einigen stehen natürlich bewaffnete Männer. Manche Häuser sind etwas runtergekommen, viele haben Wellblechdächer und dreckige Fassaden. Dahinter jedoch ragen meterhohe Hoteltempel aus Glas in die Höhe. Ein Eichhörnchen klettert über die Stromleitung, die übrigens aussieht wie in Mexiko oder Asien, total verwurschtelt.

Als wir am Supermarkt ankommen, können wir nicht behaupten, uns unsicher oder unwohl gefühlt zu haben. Im Gegenteil – die meisten Menschen, denen wir bisher begegnet sind, waren sehr freundlich zu uns.

Im Supermarkt gibt es alles, was das Herz begehrt, teilweise auch in riesigen Portionen. Zum Beispiel 1 Kilo Mayonnaise-Packungen oder 2,5 Liter Sprite Flaschen. Wir haben also unseren Fußmarsch in San Salvador überlebt.

San Salvador Markt

Ausflug in San Salvadors Innenstadt – der Markt

San Salvador hat natürlich auch eine Innenstadt. Wir fahren mit einem Taxi mit getönten Scheiben die Haupteinkaufsstraße entlang. Diese teilen sich Fußgänger, Fahrradfahrer, Motorradfahrer und Autos. Einen Fußgängerweg gibt es nicht. Deshalb geht es wuselig zu, die Straße ist komplett voll.

Richtigen Geschäften sind Marktstände vorgelagert. Sie verkaufen alles: Hosen, Röcke, Kleider, T-Shirts, Obst, Gemüse, Süßigkeiten, Zahnpasta, Medikamente und Pupusas. Bei letzterem handelt es sich um das Nationalgericht El Salvadors, eine Tortilla aus Maismehl mit eingebackener Füllung, entweder Bohnenmus, Käse oder Fleisch.

Die Marktstandinhaber in San Salvador zahlen alle Schutzgebühren an die Banden in der Stadt. Florian, der Freund, wegen dem wir hier sind, erzählt uns: Zahlt ein Marktstandinhaber seine Schutzgebühr nicht, ist es schon vorgekommen, dass er mittags vor der Kirche erschossen wurde. Das nennen wir mal Druck am Arbeitsplatz… Wie krass. Als Tourist merkt man von dieser Atmosphäre jedoch nichts. Wir fühlen uns nach wie vor willkommen.

San Salvador Palast

Der Nationalpalast

Wir passieren den Nationalpalast im historischen Zentrum an der 4a Calle Poniente, bisher das schönste Gebäude, das wir in San Salvador gesehen haben. Der Palast ist im klassizistischen Stil Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut worden. Sobald es dämmert, wird er schön beleuchtet. Da wir nicht anhalten und aus dem Auto aussteigen, gibt es leider nur seitliche Bilder aus dem Auto von uns.

San Salvador Kirche

Die Iglesia El Rosario

Als nächstes schauen wir uns die Kirche Iglesia El Rosario in der 4 Calle Ote an. Von außen sehr unscheinbar und eher nicht so hübsch, kommt die volle Pracht des gewölbten Dachs und der bunten Fenster erst im Innern der Kirche zur Geltung. Denn die durch die farbigen Fenster scheinende Sonne legt einen hübschen Schleier in Regenbogenfarben auf den Altar.

Gleich vor der Kirche liegt die Plaza Libertad. Da wir allerdings eine Reservierung in einem Restaurant haben und es schon dämmert, steigen wir ins Taxi und fahren weiter, ohne den Platz eingehender zu erkunden.

Wir essen Pupusas und Empanadas im Restaurant El Mistral Planes de Renderos. Eigentlich ein Chilene. Das Restaurant bietet aber auch Pupusas an. Zudem hat es eine wunderschöne Aussicht zu bieten. Man blickt über  San Salvador, im Dunkeln ein Lichtermeer. Zur Unterhaltung versorgt  uns die Köchin selbst mit Live-Musik.

San Salvador El Rancho

Übernachten auf der Ranch

Nach fast drei Wochen in El Salvador und Belize verbringen wir unsere letzte Nacht in El Salvador im Hotel Rancho Argueta* in San Luis Talpa, in der Nähe des Flughafens, da unser Flug am nächsten Morgen gegen sieben geht. Die Zimmer sind Basic, sehr sauber und gemütlich. Außerdem besitzt das Hotel ein Restaurant, überdacht und ohne Dach im Innenhof. Dieser Außenbereich ist mit einer Lichterkette überspannt und niedlich dekoriert. Da gibt es zum Beispiel einen Brunnen, viele Blumen und Laternen. Und: Ein Teleskop, durch das wir den Mond beobachten. Wahnsinn. Bisher haben wir noch nie durch ein Teleskop geschaut, deshalb sind wir total begeistert. Wir konnten jeden Mondkrater sehen! Das Essen ist zwar nicht ganz so gut, aber für einen Tag in Ordnung.

San Salvador Mond

Das Bild durchs Teleskop spiegelt nicht annähernd wieder, wie faszinierend der Mond wirklich dadurch aussieht.

Duty Free muss draußen bleiben

Es geht zurück nach Deutschland. Das frühe Aufstehen hätten wir uns am liebsten gespart. Am Flughafen gibt es zum Glück genügend Frühstücksmöglichkeiten. Was es noch gibt: Viel Duty Free-Kram.

Am Flughafen in San Salvador ist es jedoch so: Es gibt zwei Kontrollen. Eine wie es sie an jedem Flughafen gibt, nachdem man sein Flugticket vorgezeigt hat. Und eine direkt am Gate. Das heißt, da legt man noch mal seinen Rucksack in die Plastikschale, zieht noch mal seine Jacke aus, seine Schuhe, leert die Hosentaschen und so weiter. Und man muss noch mal durch einen Metalldetektor. Ihr kennt das.

Die Beamten sind leider sehr strikt, was die Regeln angeht. Oder sie haben sie nicht richtig gelesen. Oder sie wollten einfach selbst was ab haben vom Duty Free. Jedenfalls durfte eine Frau vor uns ihren teuren Rum, den sie im Duty Free-Bereich des Flughafens gekauft hatte und der in eine Duty Free Bag eingepackt war, nicht mit ins Flugzeug nehmen. Bestimmt 90 $ für die Katz. Jegliche Diskussion war zwecklos. Aber gut, dass es einen Duty Free Bereich gibt… 😉 Hoffentlich hat’s den Beamten dann abends geschmeckt.

Schnell durch die Kontrolle, ab an Board und auf Wiedersehen, El Salvador.

El Salvador Vulkan

Vorurteilen nicht immer Glauben schenken

Letztlich sind es doch immer Vorurteile, die einem ein mulmiges Gefühl geben, bevor man in ein solches Land reist. Natürlich rühren die gerade in El Salvador nicht von ungefähr. Geht man jedoch mit gesundem Menschenverstand an die Sache, ist man vorsichtig und hält sich fern von den entsprechenden Vierteln und zwielichtigen Gestalten, sind El Salvador und seine Hauptstadt, San Salvador, ebenso bereisbar wie andere ähnliche lateinamerikanische Länder.

Wir haben uns zu keinem Zeitpunkt unsicher gefühlt, was auch damit zu tun hatte, dass Touristen in El Salvador weniger gefährdet sind als Einheimische. Willst du Verhaltenstipps für El Salvador und Tipps, was du dir dort anschauen solltest und woran du Gegenden erkennst, die du besser vermeiden solltest? Dann lies doch unser Interview mit einer Salvadorianerin.

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Bea

Hier findest du El Salvador Tipps einer Einheimischen zu Sicherheit und Sehenswürdigkeiten.

Bea ist 29 und in San Salvador, der Hauptstadt von El Salvador, geboren. Im Interview verrät sie dir ihre El Salvador Tipps. Denn sie ist nicht nur dort geboren, sondern hat auch 25 Jahre ihres Lebens dort verbracht. Außerdem sprechen wir über die Gewalt und die Sicherheit im Land ebenso wie über die schönen Ecken des Landes.

Welche Strände und Städte musst du sehen? Welche Orte solltest du besser meiden? Außerdem hat sie allgemeine Verhaltenstipps für Backpacker, Weltenbummler und alle anderen Urlauber (im Folgenden der Einfachheit halber unter “Touristen” zusammengefasst, auch wenn sich vielleicht niemand gern als Tourist outet 😉 ).

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Hier liegt El Salvador

Du sagst von dir selbst, dass du Salvadorianerin mit Leib und Seele bist. Was gefällt dir am besten an El Salvador und gibt es auch etwas, das du nicht magst?

Am meisten gefällt mir, dass El Salvador der “Däumeling Amerikas” ist – also das kleinste Land in Zentralamerika. Du kannst zu Füßen des Vulkans frühstücken, mittags am See picknicken und pünktlich zum Sonnenuntergang am Strand sitzen. Und das alles an nur einem Tag, das ist total schön.

Bewundernswert finde ich auch die herzensguten Menschen in diesem Land. Dieses Lächeln, das vor allem die Älteren immer auf den Lippen haben, stolz auf ihr Land, ihre Strände und ihre Kultur. Und die Kinder, denen du das schönste Lächeln entlocken kannst, wenn du ihnen Geschichten erzählst und sie dazu inspirierst, über den Tellerrand zu schauen.

Was mir nicht gefällt, ist die Ungleichheit im Land, die wirklich sehr ausgeprägt ist. Es bricht mir das Herz, dass so viele Kinder kaum genug zu Essen haben. Diese Armut, mit der viele Tag für Tag konfrontiert werden, ohne die Möglichkeit, eines Tages aus diesem Leben ausbrechen zu können, das finde ich schlimm.

Wo du gerade von der Ungerechtigkeit sprichst: Würdest du sagen, El Salvador ist ein gefährliches Land für Touristen?

Absolut nicht. Eine wirkliche Gefahr besteht nur für die Einheimischen. Mit den Touristen legt sich niemand an, wir sind schließlich ein Land, das vom Tourismus lebt. Wenn du Urlaub in El Salvador machst, wirst du immer jemanden mit einem Lächeln auf den Lippen treffen, der bereit ist, dir zu helfen. Wir sind eins der glücklichsten Länder der Welt. 😉

El Salvador: 2014 eines der glücklichsten Länder der Welt
Auch wenn man es kaum glauben mag, 2014 war El Salvador in der Rangliste der glücklichsten Länder der Welt im Rahmen des World Happiness Report auf Platz 7: 2014 fühlten sich fast 40 % der Salvadorianer glücklich.
Quelle: https://www.elsalvador.com/entretenimiento/135565/el-salvador-entre-los-10-paises-mas-felices-del-mundo/

Vulkan Izalco El SalvadorVulkan Izalco

„Ich kenne keinen Salvadorianer, der noch nicht mit Gewalt in Berührung gekommen ist.“

Wenn sich die Gewalt auf Einheimische beschränkt, hast du selbst schon mal Gewalt erlebt?

Ja, leider kenne ich keinen Salvadorianer, der noch nicht mit Gewalt in Berührung gekommen ist. Mein Vater wurde bei einem Überfall getötet, meine Mutter kam eines Tages  mit einem blauen Auge nach Hause. Eine Frau hat ihr ein ganzes Monatsgehalt gestohlen.

Einmal habe ich in San Salvador im Auto an der Ampel auf “grün” gewartet. Da hielt mir einer eine Pistole an den Kopf und wollte mein Handy. Als ich nicht reagiert habe, hat er seine Hand ins Auto gesteckt und die Waffe auf meinen kleinen Bruder gerichtet. Der war damals erst sechs. Da hab ich ihm das Handy natürlich sofort gegeben. Der Typ ist dann weggerannt. Und das sind nur ein paar der Geschichten, die mir passiert sind.

Ist die Gewalt, die die Medien suggerieren, also Wirklichkeit?

Bis zu einem gewissen Punkt. Es gibt diesen täglichen Krieg zwischen den Banden und der Regierung. Da ziehen sie die Bevölkerung mit rein. Ganz besonders die Menschen, die sich am meisten darum bemühen, sich eine bessere Zukunft aufzubauen, fern von der alltäglichen Gewalt. Aber El Salvador ist definitiv mehr als nur Maras und Kriminalität.

Coatepeque SeeCoatepeque See

Welche Orte sollte ich besser meiden, um negativen Erfahrungen vorzubeugen? Wie sieht es mit Stadtzentren aus?

Ein Ort, der etwas unsicher ist, ist zum Beispiel der Ilopango-See. Ich bin der Meinung, wenn du unbedingt einen See sehen willst, dann fahr besser zum Coatepeque-See.
Außerdem solltest du in San Salvador einen großen Bogen um die Zonen Soyapango, Apopa und auch um deren Umgebung machen. Das Zentrum von San Salvador kannst du aber ohne Probleme besuchen, wenn du vorsichtig bist. Die größte Gefahr herrscht mitten in den Vierteln. Auf den Hauptstraßen wird dir eher nichts passieren.

Okay, woran erkenne ich denn, dass ich mich schon zu tief im Viertel befinde und was kann da passieren?

Wenn du mehrere sehr kleine Häuschen aus Blech oder Karton siehst, ist es das beste umzudrehen und einen anderen Weg zu suchen. Denn mitten in den Vierteln, kann es passieren, dass Leute auf dich zukommen und dich fragen, was du da zu suchen hast.

Wie reagiere ich dann am besten?

Du sagst dann einfach, dass du dich verlaufen hast. Wenn sie deine Wertsachen haben wollen,  gibst du sie ihnen ohne jeglichen Widerstand. Und dann verlässt du den Ort natürlich so schnell wie möglich, sobald sie dich in Ruhe lassen.

Wasserfall Los Tercios

Wasserfall Los Tercios

Kommen wir zu den schönen Dingen: Wenn ich in El Salvador gelandet bin, wie komme ich denn am besten vom Flughafen weg?

Ich weiß, dass der Abenteuergeist viele dazu animiert, mit dem Bus zu fahren. Am sichersten ist und bleibt aber das Taxi. Das kostet vom Flughafen nach San Salvador zwischen 25 und 30 Dollar. Am besten kontaktierst du schon vorher einen Fahrer, weil die Abzocker-Preise für Touristen oft über 100 Dollar liegen. Frag dazu in deinem Hotel nach oder schau mal im Internet.

Wir haben dir hier alle El Salvador Tipps auf einen Blick zusammengestellt.

Apropos Hotel: Wie finde ich eine gute Unterkunft in El Salvador?

Es gibt unzählige Hotels in El Salvador. Ich empfehle immer von Herzen Airbnb Unterkünfte oder kleine Hotels, also keine internationalen Ketten. Dann ist alles viel authentischer und die Aufmerksamkeit, die du da erlebst, bleibt unvergesslich.

Unsere Hotel Empfehlung für San Salvador
Das können wir so nur bestätigen und für einen Aufenthalt in San Salvador Hotel Cinco* wärmstens empfehlen. So familiär umsorgt wurden wir noch nie in einem Hotel.

Affen Bahia de JiquiliscoAffen an der Küste von Jiquilisco

Welche Orte kann ich als Tourist bedenkenlos besuchen?

Es gibt mehrere Orte, die sich als touristische Gegenden etabliert haben. Am besten ist es, dorthin zu reisen. Dazu gehören zum Beispiel mehrere “Routen”: Die Ruta de las Flores (Blumenroute), die Ruta Arqueológica (Archäologische Route), die Ruta del Café (Kaffeeroute) und so weiter. Die sind zu empfehlen.

Aber auch Orte wie Cuscatlán, Santa Elena, Merliot und die Zona Rosa sind sicher. Sie sind sehr zentral gelegen und dort gibt es viele Restaurants, Museen und Bars, wo du zu Fuß hingehen kannst.

Besonders aufpassen solltest du aber überall während der Rush Hour.

Blick in Santa Ana VulkanBlick auf das Innere des Santa Ana Vulkans

Was muss ich noch gesehen haben in El Salvador?

Ich glaube, El Salvador ist ein Land, in dem du sehr viel in sehr kurzer Zeit sehen kannst und diesen Vorteil musst du ausnutzen. Ich würde empfehlen, maximal zwei bis drei Tage in einer Stadt zu bleiben.

Neben den Routen, die ich ja schon erwähnt habe, kannst du dir auch in San Salvador viel angucken. Wer sich eher für die Natur interessiert, dem empfehle ich den Vulkan von San Salvador, die Puerta del Diablo und den Botanischen Garten La Laguna.

Wer eher ein bisschen die Städte erkunden will, der kann nach Antiguo Cuscatlán, ins Zentrum von San Salvador und nach Panchimalco, letzteres eher am Wochenende. Für einen Tagesflug eignet sich perfekt das Dorf Suchitoto, in der Nähe von El Salvador. Auch schön sind Los Planes de Renderos, die Hauptstadt der Pupusas, und Ataco, ein wunderschönes Bergdorf entlang der Ruta de las Flores.

Einen schönen Strand bietet die Costa del Sol, die kannst du auch mit dem Boot entlang fahren. So kannst du die Mangroven und einige Inseln mit unberührten Stränden erkunden.

Außerdem sind auch die Museen interessant – das Kunstmuseum (Museo de Arte), das Anthropologische Museum (Museo Nacional de Antropología) und das Tin Marín (Museum für Kinder).

Was Pupusas sind?
Pupusas sind das salvadorianische Nationalgericht: Gebackene Teigtaschen, die mit Bohnenmus, Käse oder Fleisch gefüllt sind.

Aussicht von der Puerta del DiabloAussicht von der Puerta del Diablo

Wie komme ich vom Hotel am besten an diese Orte? Muss ich auf irgendwas achten?

Je nach Stadt und Viertel kann es gefährlich sein, auf der Straße herumzulaufen. Deshalb fährst du am besten mit dem Taxi, vor allem wenn es ein vertrauenswürdiges Taxi vom Hotel oder Hauseigentümer ist. Du kannst aber auch mit Uber oder dem Bus fahren. Im Bus ist allerdings Vorsicht geboten: Am besten die Rush Hour vermeiden (5-8 Uhr morgens und 16-17 Uhr nachmittags) und vor allem auf gar keinen Fall nachts Bus fahren.

Gerade zwischen den Städten empfehle ich die Busse “Especiales”. Die sind wie Reisebusse, bequem und sie fahren direkt ohne Zwischenhaltestellen zum Ziel. Das macht sie sicherer. Am allerbesten sind aber kleine Shuttle, die du selbst buchen kannst. Darüber kannst du dich im Internet oder im Hotel informieren.

Suchitlan See, SuchitotoSuchitlan See, Suchitoto

Was sind denn deine persönlichen Lieblingsstrände und -städte in El Salvador?

Meine Lieblingsstrände sind die Barra de Santiago, die Playa las Flores, und die Costa del Sol, von der ich schon gesprochen habe. Der Strand El Espino soll auch schön sein, da war ich aber noch nie. Natürlich auch ein schöner Strand: El Tunco. Der ist zwar sehr felsig, aber die Party-Atmosphäre dort ist sehr gut.

Ich weiß nicht, ob es was mit meiner Kindheit zu tun hat, weil wir oft dorthin gefahren sind, aber der Westen El Salvadors hat es mir angetan. Zum Beispiel Santa Ana: Es ist wunderschön dort und das Klima nicht ganz so heiß. Außerdem kannst du da nachts durch die Straßen laufen und findest an jeder Ecke ältere Leute, die vor ihren offenen Haustüren sitzen und sich unterhalten oder Karten spielen. Auch wunderschön und in der Nähe sind der Coatepeque-See und der Vulkan von Santa Ana – die sind sogar als zweites achtes Weltwunder kategorisiert worden.

Außerdem nicht weit von da ist die Ruta de las Flores (Blumenroute), die ich schon kurz erwähnt habe. Sie führt durch mehrere charmante Bergdörfer mit jeweils einer natürlichen Lagune oder einem Wasserfall oder zumindest echt beeindruckend leckerem Essen. Auf dieser Route befindet sich auch mein Lieblingsdorf: Ataco. Auch in der Nähe: die am meisten besuchten archäologischen Ruinen Joya de Cerén und Tazumal.

Los CobanosLos Cobanos

Das klingt alles total schön! Was, wenn ich jetzt abends nach dem ganzen Programm noch nicht müde genug bin und Lust habe, durch Kneipen und Bars zu ziehen, ist das sicher? 

Ja, das ist sicher. Es gibt mehrere Bars und Clubs für alle Geschmäcker. Am besten fragst du im Hotel, Hostel, Airbnb oder wo auch immer du übernachtest, ob es in der direkten Umgebung eine gute Bar oder einen guten Club gibt. Und ob es möglich ist, mit dem gleichen Taxi hin und zurück zu fahren.

El TuncoEl Tunco

„El Salvador ist nicht Europa.“

Wir nähern uns dem Ende, zwei Fragen brennen uns noch unter den Nägeln: Hast du generelle Verhaltenstipps für Touristen?

Zu Fuß unterwegs
Ich würde es nicht empfehlen,  allein die Gegend zu erkunden oder außerhalb der für Touristen ausgewiesenen Zonen rumzulaufen.

Vorsicht! El Salvador ist nicht Europa! Unternimm deshalb besser keine Tour von mehreren Kilometern. Wenn du zu Fuß gehen möchtest, dann nimm kurze Wege in touristischen Bereichen. Auch hier gilt: Wenn du mehrere sehr kleine Häuschen aus Blech oder Karton siehst, ist es das beste umzudrehen und einen anderen Weg zu suchen. Diese Viertel solltest du auf keinen Fall durchqueren!

Geld
Am besten nimmst du nur das an Geld mit, was du wirklich an dem Tag ausgeben willst. Und das verteilst du dann auf all deine Hosentaschen und die deiner Mitreisenden und am besten auch auf die Rucksäcke. Solltest du trotz aller Vorsicht überfallen werden, hast du so noch ein bisschen Bargeld dabei. Netter Nebeneffekt davon ist, dass beim Bezahlen niemand sieht, wie viel Geld du wirklich dabei hast.

Wertsachen
Mit Wertsachen, also Handy, Kamera, Portemoinnaie und so weiter, musst du vorsichtig umgehen. Sei immer aufmerksam und lass sie nirgendwo ohne Aufsicht.

Kleidung
Für die Frauen und Mädels: Zieh am besten vor allem in belebten Bereichen wie dem Zentrum von San Salvador oder Märkten keine sehr kurzen Hosen, kurz geschnittenen Kleider oder andere “freizügige” Kleidung an.

Preise
Wie in allen Ländern, solltest du auch hier mit den Preisen aufpassen. Oft wird Touristen das doppelte oder dreifache für Produkte oder Dienstleistungen abgenommen. Am besten informierst du dich vorher zum Beispiel im Hotel darüber, was die Dinge normalerweise in etwa kosten, vor allem wenn du auf der Straße oder auf kleinen Märkten etwas kaufen willst.

Kühe an der Costa del SolKühe an der Costa del Sol

Und abschließend, auch wenn wir die Antwort schon kennen: Würdest du Urlaub in El Salvador empfehlen?

Ja, auf jeden Fall! El Salvador ist ein wunderschönes Land. In kurzer Zeit kann man hier so viel sehen und das ganz ohne lange Fahrten, um von einem zum nächsten Ort zu kommen. Hier liegt alles Schöne einfach so nahe beieinander, es schreit danach, entdeckt zu werden.

Hinweis
In jeder (geößeren) Stadt in El Salvador gibt es Touristeninformationen vom Ministerium für Tourismus. Da könnt ihr euch im Zweifel über die empfohlenen Unternehmungen und sicheren Orte oder Viertel informieren.

Wir hoffen, Beas El Salvador Tipps helfen dir bei deiner Reisevorbereitung. Suchst du noch mehr El Salvador Tipps, dann schau doch mal hier vorbei.

Die Fotos in diesem Beitrag stammen von Bea.

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