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Omisalj Meer

Krk. Vor unserer Kroatien-Reise haben wir noch nie von dieser Insel ohne Vokale im Namen gehört. Dabei liegt Krk, auch bekannt als die goldene Insel, inmitten der Kvarner Bucht in der Adria und ist eine der größten Inseln Kroatiens. Über eine Brücke ist sie mit dem nur etwa 100 Meter entfernten Festland verbunden und daher leicht mit dem Auto zu erreichen (Achtung, 2 Euro Mautgebühren). Knapp 18.000 Menschen leben hier in 68 Ortschaften. Wir haben die Insel an nur einem Tag mit dem Auto erkundet. Wenn du also mal einen Tag in Kroatien übrig hast, ist Krk definitiv eine Reise wert. Hier findest du unsere Route und Highlights.

 

Hinweis: Wir haben diese Reise selbst bezahlt, alle Empfehlungen beruhen auf unserer eigenen Meinung.

Anreise

Von Pula aus fahren wir ungefähr zwei Stunden mit dem Mietwagen, den wir einen Tag zuvor am dortigen Flughafen abgeholt haben. Die Autobahn kostet Mautgebühren und ist – vielleicht deshalb? – ziemlich modern gebaut und ziemlich leer. Nachdem wir die Autobahn hinter uns gelassen haben, führen kurvige Straßen uns vorbei an saftigen grünen Wäldern, tiefen Tälern, aus denen sich die orangefarbenen Dächer der Dörfer in die Höhe ragen, schließlich steinige Berge hinauf. Auf der anderen Seite erwarten uns ein weiter Blick über glitzerndes Meer bis zum Horizont und bald auch die bekannte Stadt Rijeka, bevor wir zur Krk-Brücke kommen.

Hinweis

Rijeka besitzt einen Flughafen, von dem aus ihr natürlich noch schneller nach Krk kommt.

Weitere Möglichkeiten, Krk zu erreichen: Per Direktflug auf den kleinen Flughafen nahe der Stadt Omisalj, per Bus oder Schiff.

Die Route

Omisalj – Njivice – Glavotok – Krk – Baska – Vrbnik

Omisalj

Omisalj ist die erste Stadt auf der Insel, wenn ihr von der Krk-Brücke aus kommt. Ihre Geschichte reicht bis ins 3. Jahrhundert nach Christus zurück. Wir kommen zur Nebensaison, daher ist nicht wirklich viel los. Ziel ist der Strand Pesja, etwas außerhalb der Stadt. Deshalb parken wir auf einem der wenigen Parkplätze an dem Teil des Hafens, der sich direkt neben dem Strand Pesja befindet.

Der Strand ist ein Kiesstrand in einer kleinen Bucht, das Wasser glasklar und ruhig, allerdings im Oktober schon etwas zu kalt, um baden zu gehen. Wer kommt, um die Natur zu bewundern, kriegt hier definitiv einen schönen Ausblick geboten. Morgens liegt der Strand im Schatten. Zur Hochsaison öffnen ein kleiner Imbiss und Toiletten nur wenige Meter vom Strand entfernt.

Omisalj Hafen
Omisalj Strand
Omisalj Bucht
Omisalj Meer

Njivice

Zweiter Stopp ist die Stadt Njivice. Ein öffentlicher Parkplatz, für den ihr allerdings bezahlen müsst, liegt an der Primorska Cesta 2-8. Von dort ist es nicht weit zu dem kleinen, niedlichen Hafen an der Promenade. Njivice ist allerdings sehr touristisch, viele Läden, Restaurants und Eisdielen reihen sich aneinander. Das Wasser ist kristallklar und schimmert Türkis in der Sonne.

In der Eisdiele Terasa Fontana gibt es sehr leckeres Spaghettieis (in der Nebensaison allerdings nur mit Kirschen statt Erdbeeren, da hatten wir wohl Pech). Die Aussicht auf die vielen Motor- und Segelboote sowie Jetskis, die durch den leichten Wind im Wasser auf- und abschaukeln, ist herrlich, besonders gegen Mittag. Da steht die Sonne im richtigen Winkel. Am liebsten wollen wir jetzt schon gar mehr zurück nach Deutschland.

Njivice Meer
Glavotok Kloster

Glavotok

Weiter geht’s nach Glavotok. Das Dörfchen ist sehr abgelegen und wir sind uns teilweise nicht sicher, ob wir wirklich noch auf dem richtigen Weg sind. Doch hin und wieder weist uns ein einsames, unscheinbares Straßenschild den Weg. Wir steuern ein kleines Kloster direkt am Wasser an. Es handelt sich um ein Franziskaner-Kloster des Dritten Ordens, wie wir später erfahren. Gleich daneben befindet sich eine Kirche aus dem Jahr 1507, an einem kleinen Hafensteg. Dort könnt ihr euch an zwei kleinen Kieselstränden niederlassen, an denen einige Männer angeln, als wir ankommen. Es gibt einen kleinen Parkplatz. Aber Achtung, wer falsch parkt, bekommt wohl auch mal ein Knöllchen. Zumindest sehen wir einige an Frontscheiben im Wind flattern. Übrigens könnt ihr auch im Kloster Glavotok übernachten.

Krk

Die Stadt Krk ist unser nächster Stopp. Wir parken auf einem öffentlichen Parkplatz an der Ulica Stjepana Radica. Hier steht ein Parkautomat, der jedoch bei unserer Ankunft außer Betrieb ist. Krk ist einfach nur schön. An der Küste treffen sich cyanblaues Wasser und orangene Dächer. Über alldem thront  die zwiebelförmige Kathedrale von Krk aus dem 5. Jahrhundert. Gleich daneben wurde eine Franziskanerfestung auf den Ruinen römischer Thermen errichtet. Über die tausende Jahre alten Mauern rankt sich Efeu, als wollte er dem entkommen, was sich hinter den Mauern verbirgt. Olivenbäume recken sich direkt vor dem Glockenturm in die Höhe. Während des Fußmarschs durch die mittelalterlichen schmalen Gassen, über das Kopfsteinpflaster, bergab in Richtung Meer fühlen wir uns wie in eine ganz andere kleine Welt versetzt.

Krk Gasse

Kaum haben wir den Kirchturm passiert und sind am Ufer angekommen, wird es jedoch sehr touristisch. Fast alle sprechen Deutsch, Souvenirläden streiten sich mit Restaurants und Bars um den besten Platz. Wir sind eigentlich gegen solche Touri-Läden, aber wir haben Hunger, also lassen wir uns in der Pizzeria Camplin in der Ulica Alojzije Stepinca mit großartigem Ausblick aufs Wasser nieder. Die haben einen ganz ausgefallenen Pizzateig, den wir probieren müssen.

Tipp

Vom kleinen Hafen in Krk aus könnt ihr verschiedene Ausflüge machen, zum Beispiel Bootstouren zu anderen Inseln, Stränden und auch Tauchausflüge.

Baska

Weiter geht’s nach Baska. Wir waren nicht allzu lang in dort, weil wir für die Nacht wieder zurück in Pula sein wollten und es schon recht spät war. Aber was wir von Baska gesehen haben, war der Wahnsinn.

Allein der Weg dorthin führte wieder durch saftiges Grün und kleine niedliche Dörfchen. Achtung, kurz vor Ankunft in Baska steht ein Blitzer! Wir haben auf einem kostenpflichtigen Parkplatz an der Ecke Ulica Stjepana Radica und Ulica kralja Tomislava geparkt und sind dann runter zum Strand (Vela plaža Baška) gelaufen.

Was sollen wir sagen – einfach nur atemberaubend. Eine in seichten Nebel gehüllte Berglandschaft der vorgelagerten Insel Prvic küsst hier kühlblaues Meer, das schließlich am Kieselstrand auf die Küste trifft. Das Meer wirkt hier mehr wie ein großer Salzwassersee. Am liebsten hätten wir in Baska übernachtet, um diesen Ausblick noch ein bisschen länger genießen zu können.

An der Promenade findet ihr viele kleine Geschäfte und Restaurants. Die Häuser um den Strand herum recken sich in die Höhe, viele Apartments zur Miete finden dort Platz – klar, dass sie für diesen Ausblick Geld verlangen.

Baska Straße
Baska Strand

Vrbnik

Wir kommen recht spät in Vrbnik an, es dämmert beinahe. Allein die Anfahrt ist schon wieder wunderschön. Wir fahren eine kurvige Straße entlang, können in ein tiefes Tal blicken und sehen auf einem Vorsprung die Dorfkirche stehen. Parken könnt ihr auf einem kleinen Parkplatz am Busbahnhof, die Straße heißt Retec. Von dort aus erkunden wir die Gässchen von Vrbnik. Es gibt keine richtigen Straßen, viele der schmalen Gassen, die die kleinen, sich über mehrere Etagen erstreckende Steinhäuschen voneinander trennen,  sind maximal zwei Meter breit. Die Atmosphäre wirkt beinahe mittelalterlich, aber gemütlich.

Ein Mann hat seinen Ofen auf dem Balkon stehen. Wir beobachten, wie er den Herd anstellt, er entdeckt uns und grüßt uns freundlich. Die Menschen, denen wir in Kroatien bisher begegnet sind, sind alle super nett und hilfsbereit. Hier scheinen Touristen noch willkommen zu sein. Schließlich finden wir eine der schmalsten Gassen der Welt, die Gasse Klancic (Deutsch: Engpass). Die ist mit ihren 40 cm echt extrem schmal! Wir können nicht mal die Arme komplett ausbreiten. Die Bewohner Vrbniks behaupten, dass Frauen, die nicht durch die Gasse passen, keinen Mann bekommen.

Fazit

Von Vrbnik aus fahren wir zurück nach Pula. Wir hatten keine großen Vorstellungen von Kroatien. Nachdem wir auf Krk waren, sind wir uns sicher: Wir wollen auf jeden Fall noch mal im Sommer zurückkommen und dann die kroatische Küste entlang fahren. Die Natur, die Dörfer, die Strände – auch wenn wir eigentlich Spanien-Liebhaber sind, hat Kroatien es uns angetan.

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