Top
El Salvador Palmen

Lest im zweiten Teil unseres El Salvador Reiseberichts, welche Ausflüge in bunte Bergdörfer, an paradiesische Strände und Wasserfälle wir von San Salvador aus gemacht haben und was wir dort erlebt haben.

Hinweis:

Dieser Artikel enthält Empfehlungslinks (mit * gekennzeichnet). Wenn du über diese Links etwas buchst oder kaufst, bekommen wir eine kleine Provision. Am Preis ändert sich für dich nichts, wenn du über diesen Link buchst. Danke für deine Unterstützung!

 

Freunde von uns haben in El Salvador geheiratet. Und wir waren eingeladen. Deshalb ging es für uns Anfang 2019 drei Wochen nach Mittelamerika. Zehn Tage waren wir in El Salvador und zehn Tage in Belize.

Da wir mit Kleinkind unterwegs waren, haben wir uns dazu entschieden, Tagesausflüge von San Salvador aus zu machen und nur in unserer letzten Station eine weitere Unterkunft zu buchen. Daher haben wir uns für das Hotel Cinco* in San Benito, einem gehobenen Viertel in San Salvador entschieden. Wir können es wärmstens weiterempfehlen. Selten wurden wir in einem Hotel so familiär und ehrlich freundlich behandelt. Außerdem ist das Frühstück der Hammer.

Von San Salvador aus starten wir also in unsere Tagesausflüge:

La Libertad
Ruta de las Flores
Costa del Sol
Fazit

Mandala Eco Villas

La Libertad

Perfekt für den ersten Tag nach der Ankunft und zum Entspannen! Von Hotel Cinco* in San Salvador aus fahren wir knapp 45 Minuten nach La Libertad an die Pazifikküste. Unser genaues Ziel: Mandala Eco Villas*. Das ist ein Hotel direkt am Strand gelegen. Wir wollen dort aber nicht übernachten, sondern den Tag verbringen. Die haben nämlich einen Pool mit Meerblick, viele Hängematten und Liegen, eine Bar, es gibt Frühstück, Mittag- und Abendessen und richtig leckere Smoothies mit viel Eis. Aber von vorne.

Mehr Verkehr als in Deutschland

An unserem ersten Tag in El Salvador geht es gleich nach dem Frühstück mit Bikini, Badehose, Sonnenbrille, Kappe und Handtuch bewaffnet in unserem vorher gebuchten Taxi in Richtung La Libertad. Der Weg führt uns raus aus San Salvador. Gar nicht mal so schnell wie gedacht, der Verkehr ist verrückt! Alles ist voll mit Autos. Hier stehen wir manchmal länger im Stau als im Feierabendverkehr in Deutschland.

La Libertad Paradies

Raus aus der Stadt gibt es gar nicht mal so viel zu sehen. Viele Bäume, immer mal wieder ein Waldbrand, den offensichtlich niemand löschen will. Teils liegt echt viel Müll am Straßenrand. Unser Fahrer erzählt, die Leute werfen oft ihre Zigarettenkippen ins trockene Gras, so entstehen die Feuer. Schade, dass die Leute die Natur so behandeln. Aber das ist ein anderes Thema.

Überall gepimpte Schulbusse

Ständig kommen uns Pickups entgegen, hinten auf der Ladefläche transportieren sie nicht angeschnallte Menschen, teils stehend, teils sitzend, manchmal auch auf Plastikstühlen. Wie in Asien.

Außerdem gibt es viele super krass gepimpte alte amerikanische Schulbusse. Bunte Blinklichter auf dem Dach oder am Unterboden, die ganze Frontscheibe voll mit riesigen Aufklebern („Jesus lives!“), ausgefallene Seitendekorationen und teilweise ganz ohne Fensterscheiben – es scheint ein Wettbewerb zu sein, wer den krassesten Bus fährt. Das sind hier die Chicken Busse. Quasi Holzklasse. Nicht teuer, dafür eben etwas kurios.

Bei uns würden die den TÜV jedenfalls nicht überstehen. Hat aber was. Neben den Bussen gibt’s auch viele typisch amerikanische LKW.

Langärmlig bekleidete Bauarbeiter bei über 30 Grad

Kurz vorm Ziel kommen wir an einer riesigen Baustelle vorbei, da rennen tausende Bauarbeiter rum, kennen wir aus Deutschland gar nicht. 😉 Die Arbeit wollen wir jedenfalls nicht machen: 30 Grad schon morgens, lange Klamotten, teilweise tragen die nicht mal einen Mundschutz, obwohl es staubt wie Hölle. Arbeitsschutz nehmen die hier nicht so ernst. Sicherheit generell nicht. Aber gefühlt sind wir Deutschen auch fast die Einzigen, die lieber auf Nummer sicher gehen.

Nach anderthalb Stunden Fahrt endlich da

Dann biegen wir auf eine von Schlaglöchern gezeichnete Schotterstraße ab, fahren bzw. ruckeln eher durch einen Wald, das Meer ist schon zu sehen. Rechts von uns taucht irgendwann eine klapprige Hütte auf, vor ihr sitzt eine sehr alte Frau auf einem Stuhl und genießt die Sonne. Links von uns ein Tor. Davor steht ein Mann, in der einen Hand eine Waffe, in der anderen eine Liste mit Stift. Er notiert, wer wir sind und was wir wollen und lässt uns rein. Da sind wir.

La Libertad Pool

Schließlich steigen wir aus, laufen vorbei an den kleinen Häuschen, die die Hotelzimmer darstellen und kommen schließlich zu der Bar mit den Liegen, Hängematten und dem Pool. Wir haben alle ein Glänzen in den Augen. Japp, so hatten wir uns das vorgestellt. Ein Dach aus Palmenblättern, dahinter ein Pool nur für uns, strahlend blauer Himmel und darunter glitzert das Meer. Lufttemperatur: 35 Grad. Wassertemperatur: Badewanne. Ausblick: Paradies. So lässt es sich leben.

Faulenzen at its best

Wir bezahlen mit dem, was wir essen und trinken (Mindestverzehr) und lassen es uns so richtig gut gehen. Maracuja-, Mango-, Erdbeer-, Papayasmoothies aus frischen Früchten. Ceviche, Sandwiches, Burger und Pommes. Ab jetzt bewegen wir uns nur noch von der Hängematte zum Essen, zurück in die Hängematte, unter den Sonnenschirm und in den Pool. Vielleicht noch auf den aufblasbaren Hummer, den wir am Straßenrand gekauft haben und wieder ins Wasser, wenn es darauf zu heiß wird.

Der Hummer ist uns übrigens im Geschäft aufgeblasen worden und dann während der Weiterfahrt im Auto geplatzt. Nur weil Bea, die Braut, so gut verhandelt hat, haben wir einen neuen bekommen.

Perfekt zum Ankommen und Entspannen

Mandala Eco Villa* in La Libertad ist für uns auf jeden Fall der perfekte Ort, zum Ankommen und Entspannen. Wir fühlen uns ganz schön wohl. Also verbringen wir hier nicht nur den ersten Tag, sondern auch noch einen weiteren mit unserem aufblasbaren Hummer. Und die meiste Zeit haben wir den Pool für uns allein.

Juayua Schriftzug

Ruta de las Flores

Die Ruta de las Flores ist eine etwa 40 Kilometer lange Route von Sonsonate bis Ahuachapán. Was sie so besonders macht? Sie ist eine Aneinanderreihung vieler kleiner hübscher Bergdörfchen und eines der beliebtesten Reiseziele in El Salvador. Alle Dörfer sind ein bunter Mix aus Kolonialhäuschen und neueren Bauten.

Viele von ihnen sind in den schönsten Farben und mit den fantasievollsten Motiven und Sprüchen bemalt. Entlang der Route blühen die buntesten Wildblumen (daher der Name) und es gibt Kaffeeplantagen. Denn El Salvador ist bekannt für seinen guten Kaffee.

Wir brechen vormittags zu einem Tagesausflug zur Ruta de las Flores auf. Mit dem Privattaxi fahren wir von San Salvador aus ungefähr 1,5 Stunden nach Juayúa, einem Dorf entlang der Route. Hier steigen wir aus und schlendern durch die Gassen. Die Häuschen sind alle maximal zweistöckig, entweder im Kolonialstil errichtet oder typische Wellblechdachbauten.

Viele von ihnen sind bunt angemalt: orange, blau, rot, grün, rosa. Eines der Häuser fällt sofort auf. Es ist gelb und grün, darauf sind mit blauer Farbe Blumen gepinselt worden und in gelb und grün Kolibris, die von ihnen trinken. Auf der anderen Seite ein Tukan vor einer lilafarbenen Bergkulisse.

Juayua Haus

Wir laufen über einen überdachten Markt, auf dem man die verschiedensten Früchte kaufen kann, auch welche, die wir gar nicht kennen. Solche Märkte finden wir immer ziemlich cool, weil sie ein Stück weit die Kultur des Landes widerspiegeln und man eintauchen kann in das Alltagsleben der Einheimischen. Jedes Wochenende gibt es auch einen großen Food Market in Juayúa.

Außerdem gibt es eine schöne weiße Kirche im Dorf. Davor befindet sich ein kleiner Park. Wir setzen uns und weichen der Sonne aus, während wir den Entschluss fassen, mit Tuktuks einen Abstecher zu den zwei Kilometer entfernten sieben Wasserfällen (Los Chorros) zu machen.

Juayua Kirche
Juayua Tuktuk

Es ist dann tatsächlich besser, den Weg mit den Tuktuks zu fahren. Zwar ist es die holprigste Tuktukfahrt ever: Schlaglöcher ohne Ende auf der Schotterstrecke. Da müssen wir echt aufpassen, nicht rauszufallen. Doch zu Fuß hätten wir das bei der Hitze nicht ausgehalten. Auch nicht zu empfehlen ist die Strecke, wenn man körperlich angeschlagen ist, denn es wackelt in einer Tour. 🙂

Erst wandern…

Nach der Fahrt geht es einen relativ steilen Weg hinab. Links die Felswand, rechts geht’s quasi senkrecht bergab in einen Wald. Der Weg an sich besteht aus staubigem Dreck und kleinen Steinen – perfekt zum Abrutschen. Aber wir kriegen das ohne Verletzte hin. Danach folgen wir dem Weg immer weiter bergab, bis auf der linken Seite der erste Wasserfall auftaucht. Er ist größer als gedacht, einige Menschen schwimmen darin. Für uns ist die Luft, die die Wassermassen in Bewegung setzen, eine willkommene Abkühlung.

… dann unterm Wasserfall abkühlen

Wir laufen weiter zum zweiten Wasserfall. Der ist noch größer und eine kleine Badeoase. Micha hat seine Badehose dabei und springt kurzerhand ins Wasser – und das ist echt kalt. Also sitzen wir anderen ein wenig am Wasser, tunken die Füße ein. Schließlich drehen wir um. Auch den steilen Abgang müssen wir wieder hoch kraxeln.

Juayua Wasserfall

Unser Guide zeigt uns noch eine Zikade, die er irgendwo im Busch gefunden hat. Abgefahren riesig sind diese Viecher! Kein Wunder, dass die so laut Zirpen können. Dann geht’s mit dem Tuktuk wieder zurück nach Juayúa. Von dort aus fahren wir dann wieder ins Hotel – einige von uns haben sich etwas eingefangen und so ist mehr nicht drin.

Zikade

Die Wasserfälle sind ganz schön und etwas, das man nicht unbedingt direkt hinter einem kleinen Dörfchen erwartet. Der Oberhammer sind sie allerdings nicht. Das Flair der kleinen Bergdörfer dagegen ist super! Die Leute sind total freundlich und offen und ganz besonders schön soll Ataco sein.

Diesen und weitere Tipps gibt auch Bea in unserem Interview über die Sicherheit und Sehenswürdigkeiten in El Salvador. Wir würden euch deshalb empfehlen, auf jeden Fall noch mehr von der Ruta de las Flores anzuschauen als nur ein Dörfchen.

Costa del Sol

Costa del Sol

Die Costa del Sol ist eines der meistbesuchten Urlaubsziele in El Salvador sowohl der Einheimischen als auch der Touristen. Außerdem ist diese Küste auch unsere letzte Station in El Salvador. Abgesehen von unserer allerletzten Übernachtung im Hotel El Rancho* in der Nähe des Flughafens.

Von Hotel Cinco* in San Salvador fahren wir etwa 1,5 Stunden (bei viel Verkehr dauert es eher zwei Stunden) zum Strandrestaurant La Hola Betos, um dort zu essen. Und ja, genau so macht das Leben Spaß: Die Füße im Sand, den Blick gen Meer und den Krabbencocktail in der Hand. Der Strand ist leer, weil der Sand so heiß ist. Dem Restaurant sind einige weiße Betten vorgelagert, die Schatten spenden.

Costa del Sol Strand

Vermutlich sollte man sich hier nicht ganz so weit ins Meer wagen, denn der Pazifik hat eine stark spürbare Strömung. Insgesamt ist der Strand hier ziemlich paradiesisch. Einige von der Hochzeitsgesellschaft sagen, sie haben noch nie einen so schönen Strand gesehen. Dem können wir nicht ganz zustimmen: Die Strände in Mexiko fanden wir noch ein bisschen schöner. Trotzdem ist die Costa del Sol definitiv richtig hübsch.

Costa del Sol Hotel

Nach dem Essen fahren wir in unsere Unterkunft: Ein riesiges Haus direkt am Strand. Mit Pool im Garten und Palmen, zwischen denen Hängematten baumeln. Und einer großen Terrasse mit Grill. Einfach nur mega. Wir hauen uns direkt in den Pool und danach ins Meer und wieder zurück in den Pool.

Am Strand finden wir teils riesige Löcher, in denen große Krabben hocken, während sie auf den Sonnenuntergang warten. Der hier übrigens äußerst schön ist, wenn es nicht gerade bewölkt ist. Wer außerdem am Strand ist: einige Straßenhunde und – kein Witz – Kühe! Wir gucken nicht schlecht, als da plötzlich vier Kühe vor unserem Haus im Sand „grasen“.  😀

Kühe Costa del Sol
Sanddollars
Sanddollar

Was wir noch am Strand finden, bereitet uns Kopfzerbrechen. Zuerst denken wir, im Sand würden Krabben sitzen. Aber es sind super viele, wir können sie alle sehen und sie hauen nicht ab, wenn man näher kommt. Das finden wir ungewöhnlich für Krabben. Irgendwann untersuchen wir eins von den Dingern genauer. Es ist eine kleine runde Scheibe mit strichförmigen Löchern und winzigen Haaren überall außer auf der Vorderseite. Legt man das Ding zurück in den Sand, buddelt es sich von allein wieder ein. Was zur…?!

Bitte was soll das sein?!

Unsere tiefgründige Recherche offenbart uns später, womit wir es zu tun haben: Sanddollars. Noch nie gehört. Die gehören zur Klasse der Seeigel und ernähren sich von kleinen organischen Partikeln, die an der Oberfläche von Sandkörnern kleben. Abgefahrene Viecher.

Costa del Sol Pazifik

Die Costa del Sol ist super schön. Außerdem scheint es etwas sicherer hier zu sein als in San Salvador. Vor unserer Unterkunft steht kein bewaffneter Mann und zum Strand raus haben wir nicht mal einen wirklichen Zaun. Wir können uns ganz entspannt am Strand bewegen. Abends können wir grillen, sitzen bis spät in die Nacht draußen in Hängematten unter Palmen und quatschen bis tief in die Nacht. Wir lassen es uns so richtig gut gehen. So klingen die letzten Tage unseres Besuchs in El Salvador richtig schön aus, bevor wir weiter nach Belize fliegen.

Costa del Sol Sonnenuntergang

Fazit

El Salvador ist überraschend vielfältig, überraschend hübsch und überraschend fröhlich. Vielleicht darf man hier nicht zu viel erwarten, aber El Salvador ist definitiv eine Reise wert. Ersetzt eure Ängste und Vorurteile durch Erfahrungen! Besonders die Costa del Sol ist malerisch schön und ein kleines Paradies. Auch die Ruta de las Flores ist einfach nur hübsch. Wir hatten tolle zehn Tage in El Salvador. Wiederkommen müssen allerdings wir nicht. Es ist eben auch ein kleines Land, da hat man schnell viel gesehen. Wir sagen: Der „Däumling Mittelamerikas“ ist ideal für einen kurzen Abstecher, wenn du eh gerade in der Gegend bist oder eine Reise in die Nähe planst. Eine Reise ausschließlich dorthin würden wir aber nicht unbedingt machen.

Vielleicht interessieren dich auch diese Beiträge

Wie uns das Reisen verändert hat

Wie verändert uns das Reisen? Reisen wir so gern, weil das Reisen etwas mit uns macht? Und was ist das konkret? Diese Fragen haben wir uns im Rahmen der Blogparade "Reisen verändert" von Sabine mit ihrem Blog Ferngeweht gestellt. Und [...]

El Salvador Reisebericht: Unterwegs in San Salvador – Teil 1

Feuchte Hitze, verriegelte Autotüren und Männer mit Gewehren. Das ist das erste, was wir nach 18 Stunden Reise von Düsseldorf über Frankfurt und Toronto am Abend unserer Ankunft in El Salvador wahrnehmen. Lest hier den ersten Teil unseres Reiseberichts über [...]

El Salvador Tipps: Eine Einheimische über Gewalt, Sicherheit & Sehenswürdigkeiten

Bea, 29, geboren in San Salvador, El Salvador. Im Interview verrät sie euch ihre El Salvador Tipps. Denn sie ist nicht nur dort geboren, sondern hat auch 25 Jahre ihres Lebens dort verbracht. Außerdem sprechen wir über die Gewalt und [...]

P1000284

Hey! Wir sind Lisa und Micha. Und wir finden, das Leben hat mehr zu bieten als nur den Alltag. Auf unserem Blog findest du Reiseberichte, Tipps, Routen und Highlights unserer Reisen. Lass dich zu deinem „Mehr“ vom Alltag inspirieren.

Mehr über just a travel away

Du willst dauerhaft „Mehr“ vom Alltag? Dann abonniere unseren Newsletter. Wir stillen einmal im Monat dein Fernweh mit Inspirationen und Tipps rund ums Reisen.

Weitere Informationen zum Datenschutz, Widerruf, zur Protokollierung, Erfolgsmessung und dem Versand über den Anbieter MailChimp erhältst du in unserer Datenschutzerklärung.

Du hast Fragen oder Anregungen zu uns, unserer Seite oder unseren Reisen?

Dann schreib uns einfach eine E-Mail an:

hello@justatravelaway.de

post a comment