Caye Caulker: Warum die Insel ohne Strand überbewertet wird

Caye Caulker Stadt Strand

Eine Karibikinsel ohne Strand?! Karibisches Flair, kaum Touristen, alle laufen barfuß herum und es gibt keine Autos. Das liest du in fast jedem Artikel über Caye Caulker, den du online finden kannst. Klingt nach dem perfekten ursprünglichen Karibikparadies. Doch es schürt Erwartungen, die enttäuscht werden. Denn was viele verschweigen oder erst spät in ihren Artikeln erwähnen: Auf Caye Caulker gibt es keinen richtigen Strand. Auch die Sache mit den Touristen und den Autos stimmt nicht so ganz…

Tipps zu Anreise, Unterkünften, Fortbewegung, Kosten und dem absoluten Highlight auf Caye Caulker findest du hier.

Wo auf der Insel du trotzdem zumindest ein bisschen Strandfeeling bekommst, was du unbedingt sehen musst und warum wir den Hype um das vermeintliche Paradies nicht wirklich nachvollziehen können, liest du in diesem Artikel. Außerdem wollen wir dir mit unseren Sechs-Tage-auf-Caye-Caulker-Erfahrungen helfen, einzuschätzen, ob sich eine Reise für dich lohnt oder nicht.

 

Caye Caulker: Insel ohne Strand

Tja, was sollen wir sagen? Nein, auf Caye Caulker gibt es tatsächlich keinen weißen Karibikstrand. Eine Tatsache, die wir aufgrund der vielen positiven Texte im Internet vor der Reise nicht richtig wahrgenommen haben. Deshalb kommunizieren wir das hier auch als ersten Punkt und ganz klar und eindeutig: Caye Caulker hat keinen Strand. Willst du auf deiner Reise kilometerlange weiße Karibikstrände entlang schlendern, sollte Caye Caulker also nicht deine erste Wahl sein. Schade eigentlich, denn das türkisfarbene Wasser ist tatsächlich sehr karibisch.

Caye Caulker kein Strand

„Betonstrand“ an der Ostküste

Seegras und Mangroven

Die Ostseite Caye Caulkers hat mit Seegras zu kämpfen. Das heißt, entlang der gesamten Küste türmen sich täglich Berge von stinkendem Seegras. Am Wasser sitzen kann da schon mal unangenehm werden. Dagegen wachsen an der Westseite Caye Caulkers dichte Mangroven. Irgendwo auf dieser Seite soll auch ein Krokodil leben. Gesehen haben wir es nicht. Wo die Mangroven entfernt wurden, hat man Zugang zum Wasser.

Caye Caulker Strand Seegras

Männer räumen das Seegras zusammen

Strand Alternativen auf Caye Caulker

Du merkst schon, das sind nicht die idealsten Bedingungen für einen Karibikstrand wie du ihn dir vielleicht vorstellst. Dazu kommt: Der Sand ist an Land betonhart und im Wasser schlickartig. Trotzdem gibt es einige Strand-Alternativen, die wir dir nicht vorenthalten wollen. Überzeugen konnte uns davon jedoch keine zu 100 Prozent.

Der 'Stadtstrand'

Das ist der „Strand“, den du vermutlich häufig auf Bildern im Internet finden wirst. Auf der Ostseite der Insel, da, wo sich der Hafen befindet, gibt es einen betonharten Sandboden, der sachte ins Meer abfällt. Wir würden das nicht wirklich als Strand bezeichnen. Abgesehen davon liegen dort jeden Tag Tonnen von Seegras herum. Das stinkt wie Hölle.

Caye Caulker Seegras

Ernüchterung: Betonharter Sand und viel Seegras

Manövrierst du dich trotzdem durch das Seegras ins Wasser, sackst du ziemlich schnell in den schlammartigen Sand ein. Paradiesisch ist das definitiv nicht. Als wir mit der Fähre ankommen und als erstes dieses massive Seegrasproblem entdecken, sind wir schon etwas enttäuscht. Aber wir haben ja schon von dem nächsten Spot gehört, den alle Reisenden ansteuern.

The Split

So zieht es also auch uns zum Caye Caulker Split. The Split entstand 1961, als ein Hurrikan einen Graben durch Caye Caulker zog. Seitdem besteht die Insel aus zwei Teilen, dem Nordteil, der kaum erschlossen ist und dem Südteil, der bevölkert ist. The Split ist eben dieser Graben, der die beiden Inselteile voneinander trennt.

Was wir erwartet hatten: Einen Strand an der Spitze von The Split. Was wir vorfinden: Eine Bar namens „The Lazy Lizard“. Laute Musik, viele Liegen, noch mehr Betrunkene, leider zu wenig Sonnenschirme und Schattenplätze sowie ein Sprungturm im Wasser und eine Betonbegrenzung am Uferrand, von der aus du ins Wasser kommst. Strand? Fehlanzeige. Die nächste Ernüchterung.

Die einzigen beiden Strand-Alternativen, die wir für vertretbar halten, sind diese:

Iguana Reef Inn

Das Iguana Reef Inn ist eigentlich ein 3-Sterne-Hotel. Davor befindet sich allerdings eine Bar am Ufer, die auch Nicht-Gäste nutzen dürfen. Der Sandboden führt über Sandsäcke ins Meer. Zwar ist auch das kein richtiger Strand, auf der Südseite der Insel kommt das aber am nächsten an das Strandfeeling ran. Du findest das Iguana Reef Inn hinter dem Sportplatz der Insel.

Caye Caulker Strand Iguana Reef Inn

Liegeplätze am Iguana Reef Inn

Hier kannst du mit und ohne Schatten sitzen oder liegen. Es gibt alkoholische und nicht-alkoholische Drinks. Zur Toilette kannst du im Hotel gehen. Sollte es dein Budget erlauben, kannst du auch einfach direkt dein Zimmer hier mieten. Damit machst du sicher nichts verkehrt und bist nicht allzu weit ab von der belebten Hauptstraße mit den Bars und Restaurants.

Caye Caulker Seepferdchen

Seepferdchen im Seahorse Sanctuary

Außerdem hat der Besitzer ein kleines Seepferdchen-Sanctuary (Seahorses with Jones) geschaffen. In einem eigens für Seepferdchen erschaffenen Bereich mit Steinen und Pflanzen leben einige Seepferdchen direkt im Meer, die du auch beobachten kannst. Ohne diesen Schutz, hat man uns erzählt, prallen die Seepferdchen auf Steine oder Sandsäcke und sterben.

Caye Caulker Sonnenuntergang

Pelikan vorm Sonnenuntergang

Auch wunderschön ist der Sonnenuntergang im Iguana Reef Inn. Es gibt zwei Stege, die ins Meer hineinragen und an dessen Ende mehrere Stühle und Bänke stehen.

Caye Caulker Sonnenuntergang

Sonnenuntergang am Iguana Reef Inn

Hier sitzen wir und können den echt grandiosen Ausblick genießen.

Caye Caulker Strand Sonnenuntergang

Ein wunderschöner Sonnenuntergang

Koko King Beach

Das kommt einem Strand, wie man ihn sich vorstellt, noch am nächsten. Es gibt Liegen, Schattenplätze mit Hängematten, Schwimmreifen, eine Bar und ein Restaurant. Das Koko King ist also eine Art Strand-Resort. Der Nachteil daran: Koko King befindet sich auf dem Nordteil Caye Caulkers. Deshalb musst du mit dem Boot rüberfahren.

Caye Caulker Strand Koko King

Blick auf Koko King Beach

Das Boot dorthin fährt etwa alle 15 bis 20 Minuten von einem kleinen Hafen auf der Westseite der Insel ab. Der Hafen befindet sich am Ende der Calle del Sol, hinter dem kleinen „Stromkraftwerk“ und der Tankstelle. Nach dem „Kraftwerk“ ist Koko King schon für Touristen ausgeschildert.

Caye Caulker Kraftwerk

„Kraftwerk“ von Caye Caulker

Du kannst das Boot also nicht verfehlen. Während der Fahrt siehst du den Split und kannst das türkisfarbene Wasser bestaunen.

Caye Caulker Meer

Blick auf die getrennten Inselteile Caye Caulkers vom Boot aus

Fahrt und Aufenthalt kosten nichts, solange du genug im Koko King verzehrst. Sobald du etwas kaufst, bekommst du ein Bändchen. Als wir dort waren, hat niemand wirklich darauf geachtet, wie viel wir essen oder trinken. Im Gegenteil: Wir haben sofort bei der ersten Getränkebestellung ein Bändchen bekommen und mussten nie etwas für den Aufenthalt bezahlen. Wofür du allerdings sehr wohl etwas zahlen musst, ist ein vernünftiger Schattenplatz im Koko King.

Caye Caulker Strand Koko King Sonnenuntergang

Sonnenuntergang am Koko King Beach

Auch hier sind übrigens die Sonnenuntergänge sehr schön. Aber Achtung: Sobald die Sonne untergegangen ist, attackieren dich Mücken ohne Ende.

Die Sache mit dem Tourismus auf Caye Caulker

Nachdem wir geklärt haben, dass Caye Caulker keinen richtigen Strand besitzt – was ist mit den restlichen Versprechen: Alle laufen barfuß rum, es gibt keine Autos und kaum Touristen? Klingt paradiesisch. Allerdings würden wir dieses weit verbreitete Bild von Caye Caulker so nicht unterschreiben.

Caye Caulker Straße

„Straße“ auf Caye Caulker

Barfuß? – Eher nicht.

Barfuß auf den Wegen herumlaufen ist zunächst einmal relativ unrealistisch, weil es A relativ steinige Wege sind und sich B die Wege bei über 30 Grad viel zu sehr aufheizen. Du würdest dir sofort die Fußsohlen verbrennen. Vermutlich deshalb macht es dort auch keiner. Okay, ein oder zwei Verrückte, die barfuß herumlaufen, sehen wir schon. Aber die sind auch den ganzen Tag über ziemlich betrunken. Für manch einen mag das das karibische Flair sein, nach dem er sucht.

Caye Caulker Strand Barfuss

„Barefoot Lane“ – barfuß läuft man hier eher nicht

Keine Autos, dafür Autoersatz

Es mag zwar keine richtigen Autos auf Caye Caulker geben, das stimmt. Dafür gibt es aber Golf Carts.

Golf Carts

Golf Cart auf Caye Caulker

Und davon nicht gerade wenige. Ständig müssen wir zur Seite hüpfen, weil sich Golf Cart an Golf Cart an uns vorbeischlängelt. Da du als Reisender natürlich auch eines leihen kannst, fahren einige Leute dementsprechend. Das kann schon echt nervig sein, wenn du einfach nur entspannt die Straße entlang schlendern willst.

Polizeiauto

Golf Cart der Polizei

Übrigens besitzt selbst die Polizei statt Autos lediglich zwei Golf Carts. Die Feuerwehr dagegen hat ein richtiges Auto und wir haben noch einen uralten Pickup herumfahren sehen.

Feuerwehr

Die Feuerwehr auf Caye Caulker

Touristen ohne Ende

Am wenigsten wahr ist wohl die Aussage, dass es auf Caye Caulker noch nicht viele Touristen gibt. Die ganze Insel ist voller Touristen, die am Hafen von wartenden Golf Cart Taxis abgeholt werden und zu etlichen Unterkünften gekarrt werden.

Zwar mag es noch keine 5-Sterne-Resorts auf Caye Caulker geben. Trotzdem reiht sich an der Hauptstraße Bar an Restaurant an Schnorcheltour-Anbieter an Muschelverkäufer. Eigentlich kannst du auf der „Hauptstraße“ keinen Meter gehen, ohne einem Touristen zu begegnen, was vermutlich auch der Größe der Insel geschuldet ist.

Pelikane

Pelikane am Iguana Reef Inn

Lohnt sich die Reise nach Caye Caulker?

Unser Fazit: Wir hatten etwas Anderes erwartet, da online ständig das ursprüngliche Flair der Insel gelobt wird.

Caye Caulker lohnt sich definitiv nicht für eine lange Reise. Selbst sechs Tage waren uns definitiv zu lang. Zwei bis maximal drei Tage kannst du hier aber schon verbringen. So bekommst du genug vom Inselleben mit, kannst eine grandiose Schnorcheltour erleben, langweilst dich aber nicht zu sehr.

Caye Caulker Norden

Die Nordseite vom Boot aus

Wenn du eine richtig ursprüngliche Insel mit kilometerlangen, natürlichen, weißen Karibikstränden suchst, abseits vom Tourismus, bedenke, dass das nicht Caye Caulker ist. Aufgrund der Inselgröße bist du schnell gelangweilt. Außer du kannst damit leben, eine oder mehrere Wochen hintereinander mit einem Boot zu einem mittelmäßigen Strand zu fahren und dort auf hartem Sand oder in Hängematten in bezahlten Schattenplätzen zu liegen. Betrinken kannst du dich dafür auf Caye Caulker umso besser.

Caye Caulker Hafen

Der Hafen für die Überfahrt zum Koko King Beach

Dennoch: Wie du auf unseren Bildern schon siehst, gibt es durchaus paradiesische Ausblicke auf Caye Caulker. Und wenn du mit den richtigen Erwartungen hinfährst, wird deine Reise dorthin sicher schön. Tipps zu Anreise, Unterkünften und der Schnorcheltour findest du übrigens hier. Also: Wenn du gerade eh in Mittelamerika bist, warum nicht. Planst du allerdings einen Jahresurlaub auf Caye Caulker, raten wir dir definitiv davon ab. Es lohnt sich nicht, allein dafür in die Karibik zu fliegen und ein Vermögen dafür auszugeben.

Wir finden: Wenn du schon in die Karibik fährst, dann doch besser an einen richtigen Karibik-Strand, oder?

Wie wäre es stattdessen zum Beispiel mit der Halbinsel Yukatan in Mexiko und einem Abstecher nach Caye Caulker oder Belize über die mexikanische Stadt Chetumal? Mexiko können wir  definitiv uneingeschränkt empfehlen. Auch sehr karibisch und mit Stränden ist die mexikanische Insel Holbox, von der Anja auf „für Weltendecker“ hier berichtet. Wir selbst haben es leider nicht bis Isla Holbox geschafft und sind auf Isla Mujeres untergekommen. Ein Artikel darüber folgt. 🙂

Warst du schon auf Caye Caulker? Welche Erfahrungen hast du gemacht? Lass uns gerne einen Kommentar da.

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2 Kommentare

  1. Endlich mal ein kritischer Artikel! Danke! Ich finde auch, dass Caya Caulker zu unrecht so gehyped wirrd. Das ist ein bisschen so wie mit Costa Rica. Caye Calker hat das Algenproblem seit über einem Jahr und bekommen es nach wie vor nicht in den Griff – wie in Yucatan aktuell auch. LG aus Guatemala, Manu

    • justatravelaway

      Hi Manu,

      danke dir für deinen Kommentar!
      Da hast du Recht. Micha hat Costa Rica ähnlich erlebt und versteht auch da den Hype nicht.
      Das Algenproblem haben wir in Mexiko nicht ganz so krass erlebt wie in Belize, aber du hast Recht, auch in Yucatan gab es viel Seegras.

      LG zurück aus Deutschland
      Lisa & Micha

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